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Das Schmiedehandwerk war in der Familie Geiser stark verwurzelt.
Da die Techniken der Eisenbearbeitung über die Jahrhunderte fast unverändert geblieben waren, bestimmten Materialkenntnis und Geschicklichkeit des Schmiedes die Qualität und Güte des Endproduktes. Über fünf Generationen wurde dieses technologische Wissen innerhalb der Familie Geiser weitergegeben.
 
Eine wichtige Rolle spielten dabei die Ehefrauen der Schmiedemeister. Besorgten sie doch alle in Haushalt und Landwirtschaft anfallenden Arbeiten, damit sich die Männer ganz ihrem Beruf widmen konnten.

Die vermutlich aus Württemberg stammende Familie lies sich in der Waldkolonie Herrenwies im Höhengebiet oberhalb von Bühlertal nieder. Der dort 1787 erstmals nachweisbare Stephan Geiser übte bereits das Schmiedehandwerk aus.

1818 zog sein Sohn Bernhard Geiser mit seiner Familie nach Bühlertal. In einem angekauften Haus richtete er eine Schmiedewerkstätte ein.

Die Söhne Friedrich, Joseph und Anton waren ebenfalls Schmiede-
meister und betrieben in Bühlertal mehrere Schleifmühlen, Hammer-
werke und Schmiedewerkstätten, die sie teilweise gemeinsam erbauten.

 
Joseph Geiser beendet nach den Wirren der badischen Revolution 1849 den Schmiedeberuf. Zwar erlernte auch sein Sohn Reinhard das Schmiedehandwerk, gab aber, nachdem er von 1879 bis 1904 zum Bürgermeister von Bühlertal gewählt worden war, den Schmiedeberuf auf und verkaufte seine Werkstätten samt Eisen-
vorräte und Kohlen an den Schmied Franz Xaver Bäuerle.
Nur Anton Geiser sen. blieb seinem Hand-
werk treu. Doch er starb 1877 im Alter von 43 Jahren. Seine Schmiedewerk- stätte wurde plötzlich meisterlos.
Familie Anton Geiser sen. 1874

Sein Geselle Karl Lohne ersetzte den Meister, führt den Betrieb weiter und heiratete nach dem Trauerjahr die Witwe Johanna Geiser.

Familie Anton Geiser jun. 1919

Gemeinsam kaufen sie 1890 das heutige Museumsgebäude und richten dort eine Hammerschmiede ein. Diese Schmiede wurde zunächst von Karl Lohne - inzwischen selbst Schmiedemeister - und seinem Stiefsohn Anton Geiser jun. betrieben.

Anton Geiser starb bereits 1925. Innerhalb der Familie Geiser weitervererbt, blieben die beiden Brüder Eugen und Josef Geiser als
letzte Betreiber dem Schmiedeberuf treu. Bis zum Tod von Schmiede-
meister Eugen Geiser 1961 wurde in der Schmiede gearbeitet.

Weil der Absatz der Schmiedeprodukte zurückging und sich die  
Schmiedearbeit alleine nur schwer bewältigen lies, arbeitete Josef Geiser fortan bis zu seiner Pensionierung 1974 als Wassermeister bei der Gemeinde Bühlertal. Dort war er unter anderem für die Anschlüsse der Häuser an das Trinkwassernetz und die Kontrolle der Quellschüttungen verantwortlich. Mit seinem Tod 1997 ging die Ära der Schmiedefamilie Geiser endgültig zu Ende.


 
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