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Lehrfahrt nach Stuttgart
Am 10. Juli 2003 unternahm das Helferteam des Museums Geiserschmiede zusammen mit der Vorstandschaft des Förder-vereins eine Lehrfahrt in die Landeshauptstadt Stuttgart.

Zunächst wurde das neue  Haus der Geschichte besucht, das im Jahr des 50-jährigen Jubiläums des Landes Baden-Württemberg am 13. Dezember 2002 vom Ministerpräsidenten eingeweiht worden war.

Das Museum befindet sich auf dem Platz der ehemaligen Pianofortefabrik Schiedmayer in deren Räumlichkeiten auch die später in Bühlertal ansässige Firma AVOG untergebracht war. Doch es gab noch einen zweiten Grund für die Wahl dieses Ausflugszieles: Im neuen Landesmuseum ist beim Themenbereich Emigration das vom Museum Geiserschmiede als Leihgabe zur Verfügung gestellte Rechnungsbuch der Gemeinde Bühlertal  von 1854/55 zu sehen. In einer Videoinstallation sind die Geschehnisse von 1854 nachvollziehbar:

Wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage ergriff die Gemeinde Bühlertal drastische Maßnahmen: Alle Personen ohne aus-reichendes Auskommen wurden aufgefordert, auf Kosten der Gemeinde in die USA auszuwandern. Eine der Betroffenen war die 42-jährige Theresia Schmidt. Ihr Ehemann konnte die Familie mit acht Kindern kaum ernähren. Zusammen mit 299 anderen Männern, Frauen und Kindern verließen Theresia und ihre Familie am 11. Januar 1855 Bühlertal. In New Orleans bekamen sie noch eine kleine Summe. Danach waren sie in dem fremden Land sich selbst überlassen. Schon bald verstarb Theresias Ehemann in St. Louis. Ihr eigenes weiteres Schicksal ist unbekannt.

Für Bühlertal lohnte sich die Auswanderung. Zur Deckung der Kosten hatte sich die Gemeinde zunächst die Aufnahme eines Kredites von 26.000 Gulden genehmigen lassen müssen. Allein das Mannheimer Auswanderungsbüro Renner stellte 24.034 Gulden in Rechnung. Gemeinderechner Konrad Kern notierte zusätzliche Ausgaben für Schreiner, Schuhmacher, Schneider und Metzger, die allesamt an der Ausstattung der Armen gut verdienten. Letztlich profitierte aber vor allem die Gemeindekasse. Die Sozialausgaben gingen zurück und durch stärkere Holzhiebe konnten bis Ende der 1850er Jahre die Kosten wieder ausgeglichen werden

Das zweite Tagesziel war der Fernsehturm in Degerloch. Der Fernsehturm Stuttgart gilt als ästhetisches und architektonisches Meisterwerk.
Der 217 m hohe Fernsehturm ist das Urmodell für alle anderen Fernsehtürme in der Welt. Der Veteran unter den Fernsehtürmen fand wie kein anderes Bauwerk großes internationales Echo und löste nach seiner Fertigstellung 1956 eine globale Turmbauwelle aus.

Der Turm besteht aus einer Art Betonschornstein mit aufgesetzter Antenne und angehängtem Turmkorb. Der Stahlbetonschaft des Turmes, verjüngt sich von unten nach oben von 5 auf 11 Meter und ruht auf einem kegelförmigen, mit 3000 Tonnen Erde bedeckten Fundament. Beides konnten wir bei einer Führung erkunden, bevor es mit den Aufzügen und einer Fahrgeschwindigkeit von 5 m/sec in 36 Sekunden in die Höhe ging, wo nach dem Genuss des grandiosen Ausblicks, der Genuss von Kaffee und Kuchen im Turmrestaurant folgte.

Zum Vergrößern die Vorschaubilder anklicken.

Treppe im Haus der Geschichte Haus der Geschichte mit dem Turm der Musikhochschule
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