Seit 2002 verwaltet die Robert Bosch Stiftung GmbH die Mittel der unselbständigen Otto und Edith Mühlschlegel Stiftung im Rahmen ihres Satzungszwecks. Die Mittel werden eingesetzt, um Themen rund um das Alter aufzugreifen und eine positive Gestaltung dieses Lebensabschnitts zu ermöglichen. Dazu wird u.a. regelmäßig der mit 50 000 Euro dotierte Otto-Mühlschlegel-Preis Zukunft Alter“ ausgeschrieben, der am 15. Oktober 2004 erstmals verliehen wurde. Ausgezeichnet wurden auf Bühlerhöhe sechs Konzepte zur Gestaltung des Lebensumfeldes älterer Menschen.

Der Hauptpreis ging an die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Arnsberg für ihr Engagement beim Aufbau des "Senioren-Netzwerks".

Anlässlich der Preisverleihung lud Herbert Hemming, Mitglied des Bereichsvorstandes Energy and Body Systems Stiftungsvertreter und Preisträger aus ganz Deutschland zu einem kleinen Empfang in den BOSCH-Standort Bühlertal ein. Vertreter der Gemeinde und des Museums Geiserschmiede erinnerten dabei an der ehemaligen Wirkungsstätte an den Unternehmer und Stifter Otto-Mühlschlegel (1898 – 1995), der sich unter anderem die Errichtung und konzeptionelle Weiterentwicklung von Altenwohn- und Pflegeeinrichtungen zum Ziel gesetzt hatte.

Bürgermeister Jürgen Bäuerle brachte in seiner Rede den Gästen den Menschen und verstorbenen Ehrenbürger von Bühlertal Otto Mühlschlegel näher. Schon als Jugendlicher habe er in seinem Heimatort Bühlertal mitbekommen, „mit welcher Wertschätzung man Otto Mühlschlegel begegnete“, so Bäuerle. „Er war für sein wirtschaftliches Denken, seine Sparsamkeit , für seine Genauigkeit und seine Pünktlichkeit, aber auch für sein soziales Verständnis bekannt.“ Der 94-jährige Otto Mühlschlegel habe damals das projektierte Bühlertäler Seniorenzentrum mit ihm diskutiert.
Wenig später stellte Mühlschlegel für das Bauvorhaben ein Grundstück zur Verfügung und unterstützte dessen Finanzierung mit einem namhaften Betrag. Bei Spatenstich war 1994 war Mühlschlegel selbst dabei, bevor er im Oktober 1995, noch vor der Fertigstellung des Seniorenzentrums, verstarb. „Otto Mühlschlegel wollte mit seinem Engagement auch seinen früheren Mitarbeitern ein Dankeschön zurückgeben und für sie einen adäquate Rahmen für ihren Lebensabend schaffen“, erinnerte Bäuerle.
Von 1938 an lebte und arbeite Otto Mühlschlegel als Unternehmer in Bühlertal. Er kaufte die sogenannte „Engelsmühle“, ein leer stehende Gebäude der Hauswirtschaftsmaschinenfabrik Robert Krups, um dort seine Firma, die Autotechnische Vertriebs- und Organisationsgesellschaft, kurz AVOG genannt, unterbringen zu können. Ein Glücksfall für die Gemeinde wie Patrick Götz, Leiter des Museums Geiserschmiede ausführte. „Die Mitarbeiterzahl stieg bis 1943 auf etwa 1000. Auch nach dem Krieg erlebte das Unternehmen laut Götz über die Jahre hinweg enormen Aufschwung.

1959 vereinbarte Otto Mühlschlegel Betriebsführungsverträge zwischen der AVOG und dem Tochterunternehmen Elektromotorenbau GmbH Bühlertal und der Robert Bosch GmbH in Stuttgart, die einen sukzessiven Verkauf der AVOG vorsahen. Otto Mühlschlegel inzwischen 63jährig und kinderlos, sah darin eine Möglichkeit die Zukunft des Unternehmens langfristig zu sichern. Zunächst noch als Geschäftsführer tätig, schied er im Juni 1963 endgültig aus dem Unternehmen aus.
Die Firma Bosch verlegte in der Folgezeit die bislang in Stuttgart-Feuerbach ansässige Bosch-Wischerfertigung nach Bühlertal.
Mit der endgültigen Übernahme beiden Firmen AVOG und EMOB durch die Robert Bosch GmbH endeten zum Jahresende 1964 die Betriebsführungsverträge.

Der BOSCH-Standort Bühlertal hat sich seither - ganz der Vorstellung Mühlschlegels folgend - stetig weiter entwickelt und ist Entwicklungszentrum für den Geschäftsbereich Energy- and Body Systems im weltweiten Verbund von 29 Standorten“, so Götz. Innovationsschwerpunkt ist noch immer wie zu Beginn der Elektromotor.
 
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Otto Mühlschlegel
   
 
   






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