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Bühlertal - Dumpfe Hammerschläge dröhnen durch das alte Gemäuer, die Esse
ist schon auf die richtige Temperatur angeheizt. Staub und Rauch dringen
in die Nasenflügel: Die Geiserschmiede wird zu einem quicklebendigen
Museum, wenn ehrenamtliche Mitarbeiter bei einer Schmiedevorführung das
alte Handwerk demonstrieren.
Über 1 200 Museumsbesucher werden jährlich gezählt, hinzu kommen rund 50
Führungen, Schulklassen und Vereine melden sich an und auch
Betriebsausflüge und Jahrgangstreffen gib es häufig.
Das Beeindruckende an den Führungen ist nicht nur die reine Vermittlung
von Wissen, sondern vor allem das große Engagement, das die Mitarbeiter
einbringen. „Treten Sie hinzu, wir freuen uns über jeden, der sich für
unsere schöne Schmiede interessiert“, weckt Roland Schindler mit
persönlichen und herzlichen Begrüßungsworten die Neugier und knüpft
sogleich lebhafte Gespräche an . Der ehemalige Straßenbauarbeiter erzählt
gerne. Er schenkt den Fragen der Kinder ebenso Aufmerksamkeit wie er mit
älteren Museumsbesuchern über früherer Zeiten plaudert und amüsante
Anekdoten über seine Jugend- und Lehrzeit preisgibt.
Josef Bauer und Rudi Sperling sind die Akteure an Esse und Amboss. Der
gelernte Betriebsschlosser und der gelernte Werkzeugmacher hatten im
Rahmen ihrer Ausbildung auch geschmiedet und sich während der vergangenen
zehn Jahre in der Geiserschmiede viel weiteres Wissen angeeignet.
Gerne bearbeiten sie das alte, stumpf gewordene Stemmeisen, das ein
Achtjähriger von Zuhause mitgebracht hat. Vor allem die Kinder drängen
sich so dicht wie möglich heran und beobachten gebannt, wie das Werkzeug
im Kohlenfeuer der Esse auf die richtige Temperatur erhitzt und
anschließend mit Hammerschlägen wieder funktionstüchtig gemacht wird. Wie
man in Minutenschnelle eine stumpfe Axt messerscharf macht, demonstriert
Rudi Sperling, wenn er sich an den großen Schleifstein schwingt. Die
staunenden Hobby-Holzmacher sind sehr beeindruckt und prüfen mit dem
Finger vorsichtig die Schärfe des Beiles. „Wir brauchen immer etwas zum
Bearbeiten“, ermuntern die Museumsschmiede ihre Besucher dazu, Werkzeuge
zum Richten vorbei zu bringen. Schließlich wird auch noch die Funktion des
großen Schmiedehammers vorgeführt. Die Zuschauer beobachten fasziniert,
wie auch diese alte Mechanik mit den vielen Antriebsrädern und Riemen
immer noch reibungslos funktioniert.
Um auch dies zu gewährleisten, trifft sich der harte Kern des rund
zehnköpfigen Trupps der ehrenamtlichen Mitarbeiter, von denen jeder seine
handwerklichen Begabungen einbringt, jeden Dienstag in der Schmiede.
Museumsleiter Patrick Götz rekrutiert aus diesem Kreis auch die Personen
für die Führungen, die er in Abendseminaren ganz gezielt auf ihre Aufgabe
vorbereitet.
Einen weiteren professionellen Schritt macht Götz mit der Gestaltung und
Betreuung einer neuen Homepage für die Geiserschmiede. Die Seiten sind
erst seit kurzem online, und einige Themenbereiche sind noch im Aufbau.
Über das weltweite Netz ist auch der Kontakt mit Franco Mastrovita
entstanden, der Ende Juni in der Geiserschmiede eine Sonderausstellung –
es ist die erste eigene Sonderausstellung im Heimatmuseum – zum Thema
Hacke präsentieren wird. Der Italiener ist ein Fan alter Schmiedekunst und
leidenschaftlicher Sammler von Hacken.
Er wurde über das Internet auf die Geiserschmiede aufmerksam. Im
vergangenen Jahr stellte der Metallkünstler, der in Vincenza ein Atelier
besitzt, seine Hacken im Stadtmuseum Pforzheim aus. Mastrovita war von der
ursprünglichen Erhaltung der Geiserschmiede restlos begeistert, Götz
schaute sich dessen Pforzheimer Ausstellung an, und seither arbeiten beide
an der geplanten Sonderausstellung.
Die Entstehung und Entwicklung der Hacke seit en Anfängen des Ackerbaues
soll zum einen historisch nachgezeichnet und zum andern mit Metallobjekten
auch künstlerisch umgesetzt werden.
Im Mittelpunkt steht dabei der Vergleich zwischen italienischen Hacken und
unseren hiesigen Werkzeugen. Anschaulich wird das Thema auch durch einen
Film, den der italienische Künstler über das ursprüngliche Schmieden von
Hacken gedreht hat. Götz und Mastrovita feilen derzeit noch am endgültigen
Ausstellungskonzept und teilen fleißig Bilder und Ideen via E-Mail aus.
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