Der rötliche Bühlertalgranit

Seiner rötlichen Farbe und der feinen Körnung wegen wurde der Granit aus dem Bühlertäler Höhengebiet zum Ende des 19. Jahrhunderts zum begehrten Baumaterial. Um der Nachfrage gerecht zu werden, versuchten die Bühlertäler die Granitblöcke in der Gertelbachschlucht zu zerteilen. Doch ihre Arbeitsmethoden waren primitiv und wenig effektiv. Denn mit dem Vorschlaghammer versuchte man in vorhandene Ritze und Löcher Holzkeile einzutreiben, die den Stein nach feuchtigkeitsbedingtem Aufquellen zum Spalten bringen sollten.

Der italienische Steinhauer Pietro Paolo Contini aus Pallanza wurde 1895 beim Bahnbau in Bühlertal als Vorarbeiter eingesetzt. Erkannte die professionelle Arbeit im Steinbruch aus seiner Heimat. In Bühlertal führte er die Abgliederung von Granitblöcken mittels gehärteter Stahlkeile und das Sprengen mit Schwarzpulver ein. Er wurde damit zum Pionier der gesamten Granitindustrie in Mittelbaden. Wegen der Beeinträchtigung des Fremdenverkehrs wurde das Findlingshauen in der Gertelbachschlucht bald verboten.

 

Installation zum Granitabbau im Museum

Contini aber wusste, wo Quellwasser austritt sind auch Granitvorkommen im Berg. Oberhalb der Wasserfälle beim Wiedenfelsen eröffnete er daher den Gertelbach-Steinbruch. Eine handpolierte Obstschale aus Bühlertalgranit zeigt im Museum das schöne Farbenspiel weswegen sich die Nachfrage des rötlichen Granits zur Herstellung von Brücken, Pollersteinen, Treppenstufen, Denkmälern und Brunnenanlagen rasch vergrößerte. Der Sohn Peter Continis, Ernst Contini eröffnete den Steinbruch am Rotenberg. Die weitere Ausbeutung des außergewöhnlichen Granits war gesichert.

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