Politische Maßnahmen gegen Armut und Hunger

Das starke Bevölkerungswachstum seit den 1830er Jahren und die in Baden vorherrschende Realteilung des Grundbesitzes im Erbfall führten zu einer Zersplitterung der Anbauflächen, die damit zur Ernährung der Familien nicht mehr ausreichten. Lange Regenperioden und eine Kartoffelkrankheit 1846 lösten Missernten aus, die in ganz Baden zu einer dramatischen Hungerkrise führen. Die Weinlese fiel verheerenden Hagelschlägen zum Opfer.
 

Die Verteuerung der Lebensmittel traf vor allem Handwerker und Tagelöhner ohne Feld und Vieh zur Selbstversorgung. Aber auch die Bauern verschuldeten sich, mussten ihre Äcker verkaufen und ihr Geld als Tagelöhner verdienen.
Wie im Bettelbuch nachzulesen ist, zogen viele Bühlertäler in die Nachbarorte, um zu Betteln und wurden dafür bestraft. Der badische Staat sah in der zwangsweisen Auswanderung der Ortsarmen auf Gemeindekosten den einzigen Ausweg aus der scheinbar unlösbaren Misere. Doch auch jenseits des Ozeans warteten nicht immer Glück und Reichtum …

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