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Der aus Ballrechten-Dottingen stammende Eugen Köberlin hatte seinen Traumberuf gefunden. Nachdem er bereits während des Kriegs als 16-jähriger bei der Bahn als Heizer ausgeholfen hatte, wusste er bald, dass er einmal Lokführer werden wollte.
Ab 1947 war es dann soweit: Nach dem Ablegen von Prüfungen wurde er von der Deutschen Eisenbahn-Betriebs-Gesellschaft AG Berlin (DEBG) als Lokführer auf der Münstertalbahn von Bad-Krozingen nach Sulzburg eingesetzt. Damals als jüngster Lokführer in der französisch besetzten Zone.

1949 wurde Köberlin anfangs als Aushilfe für drei Monate zur ebenfalls von der DEBG betriebenen Nebenbahn Bühl-Bühlertal abgeordnet. Zunächst nochmals um ein paar Monate verlängert sollte dies sein Arbeitsplatz bis zur Einstellung der Bühlertalbahn werden. Denn in Bühlertal lernte er seine Frau kennen und blieb dort. Dass er aber einmal der letzte Lokführer der Bühlertalbahn werden sollte, hatte er sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorstellen können.

Er war es gewesen, der nach der Stilllegung der Eisenbahnlinie im Jahre 1958 die beiden Dampflokomotiven an ihre „Ruhestandorte“ überführte. Lok 2 wurde nach Wiesloch gebracht, wo diese noch ein paar Jahre in einem Schulhof stand, ehe sie verschrottet worden war. Lok 1 ging nach Ottenhöfen zur Achertalbahn. Der Kessel dieser 1895 für die Badische Local-Eisenbahn-AG (BLEAG) von der Maschinenbaugesellschaft in Karlsruhe
Lokführer Eugen Köberlin (rechts) vor der Dampflok der Bühlertalbahn


Lokführer Eugen Köberlin (rechts) vor der Dampflok der Bühlertalbahn





Letzter Lokführer der Bühlertalbahn: Eugen Köberlin



Dampfkessel-Revisionsbuch der Bühlertalbahn

erbauten Lok wurde 1961 in die dort stationierte Lok Nr. 28 eingebaut. Lok Nr. 28 erhielt den Namen „Badenia“ und fährt heute mit dem Bühlertäler Kessel als einzige Dampflok der SWEG auf der Strecke Ottenhöfen-Achern.
Für den Abbau der Bahnanlagen in Bühlertal holte Köberlin in Badenweiler eine Diesellok ab, da durch den beginnenden Abbau die Dampfloks nicht mehr mit Wasser und Kohle versorgt und somit nicht mehr eingesetzt werden konnten.

Eugen Köberlin wechselte 1960 zunächst als Führer eines Dieseltriebwagens zur Kandertalbahn im südlichen Schwarzwald, bekam dann aber einen Arbeitsplatz als Hausmeister der neu errichteten Handelslehranstalt in Bühl angeboten. Auch wenn er diese Stelle 28 Jahre bekleidete, im Herzen ist er immer Lokführer geblieben.

Dem Museum Geiserschmiede hat Eugen Köberlin seine Streckenlaterne und das alte Dampfkessel-Revisionsbuch der Bühlertalbahn übergeben. Darin enthalten sind die Beschreibungen der 1895 von der Maschinenbau-Gesellschaft Karlsruhe gebauten Dampfkessel für die beiden einst auf der Nebenbahn eingesetzten Tenderlokomotiven und die Abnahmeatteste vom Großherzoglichen Oberingenieur Peters, der 1896 als Maschinen-Inspektor der Badischen Staatseisenbahnen auf der Strecke Karlsruhe - Pforzheim die Druckbeständigkeit der beiden Dampfkessel geprüft hatte.
Lokomotivführer Eugen Köberlin starb im Alter von 85 Jahren am 13. Oktober 2009 in Bühlertal.
 
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