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Brennküche
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Wenn man im Schwarzwald und seinen Seitentälern über eine Wiese voll blühender Obstbäume spaziert, im Frühling, wenn die Sonne schon Kraft hat, wenn man dort also den Blick gedankenverloren über die weiße Pracht schweifen lässt und tief einatmet, dann kann man einen Hauch jenes Aromas ahnen, das bald in Form reifer Früchte Gestalt gewinnen wird. Man muss dazu allerdings nicht immer in den Schwarzwald fahren. Man öffnet einfach eine der unverwechselbaren, eckigen Flaschen, gießt einen Schluck der kristallklaren Flüssigkeit in ein leicht bauchiges, kleines Gläschen und schwenkt dieses vorsichtig unter der Nase. Und da ist es dann wieder: das volle Aroma reifer Früchte.

Das Brennereiwesen in Süddeutschland ist ein Stück Kulturgeschichte, das über Jahrhunderte gewachsen und sehr eng mit der Landschaft verbunden ist.
Im Winter, wenn die Arbeit auf dem Feld erledigt ist, rauchen bei den fast 15.000 Landwirten in Baden die Kamine der sogenannten Brennküchen. Die Brenner destillieren ihre im Sommer eingemaischten und inzwischen vergorenen Kirschen, Zwetschgen, Äpfel, Birnen, Mirabellen, Zibarten, Quitten oder Pflaumen zu hochprozentigen Genüssen.
Jeder Obstbrand ist ein Geschmackserlebnis der besondern Art und gleichzeitig leisten die Brenner einen sehr großen Beitrag zur Pflege und Erhaltung der für die Kulturlandschaft wichtigen und ökologisch wertvollen Streuobstwiesen dieser Regionen.

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