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19. Oktober 2003 bis 8. Februar 2004

Als die Ritter Conrad von Windeck, die Brüder Bertold und Brune von Windeck, Junker Eberhart von Windeck und Reimbold von Windeck im Frühsommer 1301 die Vergabe eines ihrer Lehen erneuerten, konnten sie wohl kaum ahnen, dass sie damit 700 Jahre später den Bühlertalern einen Grund zum Feiern geben würden.

Die damals ausgestellte Pergamenturkunde wird heute im Archives dèpartementales du Bas-Rhin in Straßburg aufbewahrt. Die genaue Textstelle in der Urkunde, die sich auf Bühlertal bezieht heißt: „die güter und die lehen in Buhelere tal, Buhele und zu Renechen“. Damit ist noch nicht die Gemeinde Bühlertal in ihrer heutigen Form gemeint. Die Urkunde ist keine Gründungs-
urkunde von Bühlertal. Vielmehr ist das Dokument die zufällig überlieferte bislang früheste Nennung des Begriffs „Bühlertal“. Das Bühlertal als Gebietsbezeichnung und besiedelte Gegend ist höchstwahr-
scheinlich älter als 700 Jahre. Denn die Urkunde von 1301 ist eine Lehenserneuer-
ung. Durch diese Lehenserneuerung wurde von den Herren von Windeck als Lehen-
geber bestätigt, dass das Lehen in Bühlertal nach dem Tod des ursprünglichen Lehennehmers rechtmäßig an dessen Erben fällt. Das in der Urkunde genannte Lehen in Bühlertal hat also schon vor dem Jahre 1301 bestanden. Mindestens seit dem 13. Jahrhundert, denn die Lehen-
nutzung musste innerhalb eines Jahres nach dem Tod des ursprünglich Begünstigten erneuert werden.

Die unter der Leitung von Patrick Götz erstellte Sonderausstellung zu diesem Ortsjubiläum beleuchtete die strukturellen Veränderungen Bühlertals und verschiede-
ne zeitliche Epochen seit 1301.
Die Schau informierte über die bäuerlichen Lebensbedingungen im 16. und 17. Jahrhundert ebenso, wie über die Entwicklung der Industrieansiedelung oder des Tourismus im 20. Jahrhundert. Man konnte erfahren, dass in Bühlertal einst ein Hochofen rauchte, warum gerade in Bühlertal die Straßenbauer – die Bühler-
täler Sträßler – ansässig waren und was es mit dem Bühlertäler Granit auf sich hat.

















Zahlreich waren die Unterstützungen für dieses Projekt: Erstmals konnte das Modell einer Lokomotive mit zwei Personenwagen, wie sie bis 1956 auf der Bühlertalbahn verkehrten ausgestellt werden. Im Rahmen der Grundausbildung Metall fertigten Auszubildenden der Gewerbeschule Bühl im ersten Lehrjahr unter Anleitung des technischen Lehrers Berthold Feist das Modell der Bühlertalbahn.
Ebenfalls auf die Zusammenarbeit zwischen betrieblichen und schulischen Ausbildungsstätten zurück ging ein Sägegattermodell.
Die Rekonstruktion der Gattersäge - wie sie in den Bühlertäler Sägewerken eingesetzt war - erwies sich als sehr aufwändig, da zunächst kein technischen Daten vorhanden waren. Nachdem mehrere angeschriebene Firmen nicht reagierten, knüpfte der letzte Sägewerksbesitzer von Bühlertal, Manfred Kern, Kontakte zur Firma Karl Stolzer in Achern, die bis in die 50er Jahre solche Sägen herstellte. Der Seniorchef des Unternehmens stellte dem Museum daraufhin zwei Pläne zur Verfügung. In einer Gemeinschaftsaktion fertigten dann Auszubildende der Firma Bosch und Schüler der Gewerbeschule Bühl sowie des Ausbildungszentrums Bühl das Modell einer von Wasserkraft getriebenen, voll funktionsfähigen Gattersäge im Maßstab 1:10.

Mit Hilfe von CAD- und CNC-Programmen wurden die Einzelteile bei der Firma Bosch rekonstruiert und gefertigt. Zusammengesetzt wurde das Modell anschließend von Schülern der Gewerbeschule Bühl. Die Holzarbeiten für den Unterbau der Gattersäge wurden von drei Schülern des Ausbildungszentrums Bühl des Berufsförderungswerks der Südbadischen Bauwirtschaft vorgenommen. Dabei orientierten sich die angehenden Zimmermänner ebenfalls an historischen Vorlagen.

Parallel zur Ausstellung erschien die Broschüre "700 Jahre Bühlertal", die im Museumsshop und im Rathaus Bühlertal erhältlich ist.
 
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