![]() |
||||||||||||||||
| Sonntag, 15. Januar 2006 | Das Spiel der Hämmer | |||||||||||||||
|
Wenn am Amboss das Spiel der Hämmer erklingt und Rauch durch die Werkstatt
zieht, dann erwacht ein altes Handwerk zu neuem Leben. Regelmäßig bietet
das Heimatmuseum Geiserschmiede in Bühlertal Vorführungen an, die das
Schmiedehandwerk umfassend präsentieren. Die technische Einrichtung ist
seit 1890, als aus der im 16. Jahrhundert erstmals erwähnten Mühle eine
Schmiede wurde, fast unverändert geblieben und heute wieder voll
funktionsfähig. Esse, Amboss, Hammerwerk, Schleifstein, Zangen – all das
zieht Neugierige an. 2500 Besucher an rund 50 Öffnungstagen zählt
Museumsleiter Patrick Götz jährlich, und sie kommen von überall her – die
Stadtbahn hat sich für das Museum bezahlt gemacht. Dabei ist die Schmiede nur ein Teil eines reichen musealen Schatzes. Das Museum widmet sich der Hausgeschichte ebenso wie der der Familiengeschichte Geiser – ein lohnendes Kapitel, finden sich in ihren Reihen doch Revolutionäre ebenso wie Bürgermeister, seit Bernhard Geiser 1818 aus der Waldkolonie |
|
|||||||||||||||
|
Herrenwies im
Höhengebiet nach Bühlertal zog. Die Geiserschmiede, deren unscheinbares Äußeres die großen räumlichen Möglichkeiten kaum ahnen lässt, besitzt einen großen Raum für Sonderausstellungen, der auch regelmäßig genutzt wird; und das Museum lebt; nicht nur weil täglich der Kanal gereinigt werden muss, durch den das Wasser für das Mühlrad läuft. Bei Führungen erleben die Besucher auch, wie die Kraft des Wassers eine Lampe erleuchten lässt. Das Obergeschoss ist der Bühlertäler Ortsgeschichte reserviert; deren Darstellung ist bunt und informativ. Von schweren Zeiten künden ein Bettelbuch und eine Video-Animation zur Auswanderung, nostalgisch mag der Blick auf alte Skier anmuten, die Zeitreise in die Anfänge des Tourismus oder das Modell der legendären Bühlertalbahn – ergänzt um die Uniform des letzten Bahnhofvorstehers. |
|
Die
Geiserschmiede bietet so manche Gelegenheit zu einer spannenden
Entdeckungsreise in die Bühlertäler Geschichte. Doch damit ist das Angebot
nicht erschöpft
– im Garten stehen das Bienenhaus und eine Brennhütte, und dass die
Brennerei eine wichtige Rolle spielte (und auch noch spielt), ist eine
Binsenweisheit. Dass heute die ehemalige Schmiede ein Prunkstück in der Museumslandschaft ist – seit der Eröffnung 1999 hat das Museum bereits mehrere Auszeichnungen eingeheimst – verdankt sie dem Engagement Bühlertäler Bürger. Nachdem die Familie Geiser den Betrieb 1961 eingestellt hatte, lag die Werkstatt still. zwischenzeitlich drohte gar der Abriss. Mitte der 90-erJahre trat eine Bürgerinitiative auf den Plan, die in aufwändiger Arbeit aus dem Anwesen ein Museum machte. 7 500 Arbeitsstunden waren zu leisten, ehe die Geiserschmiede so aussah, wie man sich das vorgestellt hatte. |
||||||||||||||
| Wilfried Lienhard | ||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||