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Lustige Runden trafen sich in der Schnapsbrennküche
 

Sowohl die Esse in der Schmiedewerkstatt als auch der Brennkessel in der Schnapsbrennküche waren bereits angeheizt, als die ersten Besucher kurz vor 10 Uhr in das Museum Geiserschmiede in Bühlertal kamen. Die Tourist-Information bietet jedes Jahr an den weihnachtlichen Festtagen und zum Jahreswechsel ein reichhaltiges touristisches Programm von Wanderungen über Besichtigungen und Ausflugsfahrten bis zu festlichen Konzerten an.

Seit mehreren Jahren bereits, ist das Museum Geiserschmiede fester Bestandteil dieses Programms. Und dass dieser Programmpunkt bei den Gästen gut ankommt, zeigte sich einmal mehr am vergangenen Mittwoch. Museumsleiter Patrick Götz und sein Helferteam waren auf die Besucher bestens vorbereitet. Museumsschmied Albert Braun zeigte die Tätigkeiten eines Dorfschmieds. Auch Kunstschmiedemeister Josef Nöltner und zwei Nachwuchsschmiede gesellten sich hinzu und sorgten so für emsige Betriebsamkeit in der restaurierten Hammerschmiede des 19. Jahrhunderts. Museumsbesucher brachten gar von zu Hause ihre alten Werkzeuge mit und machten sie mit Zange und Hammer quasi als Showprogramm vor Livepublikum wieder einsatzbereit.
 

Dichtegedrängt standen die Gäste zeitweise in der Schnapsbrennküche bei Siegfried Kunzelmann. Richtig gut gelaunte Menschen trafen dort zu lustigen Runden zusammen. Quer durch die Republik von Raum Brandenburg über Niedersachsen bis in die Rheinland–Pfälzische Landeshauptstadt Mainz und in den Hochschwarzwald reichten die Heimatorte. Freche Berliner Schnauze, sächsisches Idiom und der badische Dialekt der Museumshelfer ergaben eine interessante Mischung mit teils lautstarken Diskussionen. Nur bei der Verkostung des echten Bühlertaler Zwetschgenwassers waren sich alle einig: Das was in der alten Brennereianlage aus den 1930-Jahren entsteht, kann sich sehen bzw. trinken lassen. So ganz nebenbei erfuhr man etwas über die Tradition des Schnapsbrennens in der Ortenau. Dass das – meist schwarz gebrannte – Obstwasser in schlechten Zeiten gar zur heimlichen Währung aufstieg, wollten einige Besucher in Zeiten der Wirtschaftskrise als Anregung zum eigenen Tätigwerden verstanden wissen.
 

 
Zahlreiche der rund einhundert Besucher, die in der etwas mehr als zweistündigen Öffnungszeit die Geiserschmiede besichtigten, waren voll des Lobes und bestätigten einen gelungenen Programmpunkt. Dies konnte auch Tino Rettig vom Verkehrsverein nur bestätigen. Die Reaktion der Gäste zeige, dass man auf dem richtigen Weg sei.
Auch wenn der Kamin der Brennhütte noch weiter rauchte, um die restlich Maische noch zu destillieren, konnte Museumsleiter Patrick Götz, nachdem die Besucherschar wieder abgezogen war, die Museumstüren wieder abschließen. Und zwar mit der Gewissheit, dass das Museum Geiserschmiede ein Kleinod mit ganz besonderem Flair ist. Und das nicht zuletzt durch das enorme Engagement des Helferteams.
 
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