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Schmiedenachwuchs freigesprochen
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Vom Hufeisen bis zum Kerzenständer
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Die Tradition des alten Schmiedehandwerks hat in Bühlertal gute
Zukunftsaussichten: Mit Begeisterung und großem Elan
absolvierten drei Hobby-Schmiede einen siebentägigen Kurs im
Museum Geiserschmiede. Dieser wurde geleitet von
Kunstschmiedemeister Josef Nöltner. Im Rahmen einer kleinen
Feierstunde erhielten „seine Lehrlinge“ nun eine
Abschlussurkunde.
Offiziell war der Kurs, der in dieser Form erstmals stattfand,
mit 28 Stunden ausgeschrieben. Dass es letztlich etliche
Stunden mehr wurden, lag am Lerneifer der Teilnehmer, am guten
Miteinander der Gruppe und vor allem daran, dass Josef Nöltner
es verstand, sein Fachwissen in motivierender und ansprechender
Weise an den Nachwuchs zu vermitteln. Am Kurs teilgenommen
hatten Bernd Bock, Markus Kirchberger und Martin Bäuml, mit 32
Jahren der Jüngste. Sie präsentierten bei der Feierstunde ihre
entstandenen Schmiedeobjekte. Sichtlich stolz überreichten
ihnen Josef Nöltner und der Vorsitzende des Fördervereins
Geiserschmiede, Bürgermeister Hans-Peter Braun, den
„Gesellenbrief“.
„Es ist uns eine große Ehre, die Lehrlinge freizusprechen. Wir
freuen uns über den jungen Nachwuchs, der sich künftig in der
Geiserschmiede engagieren wird.“ Das Museum werde davon
profitieren, so Braun. „Die Schmiede ist der Höhepunkt bei
jeder Museumsführung. Wir sind froh, dass sich auch junge Leute
für das Schmieden interessieren“, so der Obmann der
Ehrenamtlichen des Fördervereins, Heribert Schwab. Das Projekt
verfolge das Ziel, auch künftig die Tradition des alten
Schmiedehandwerks aufrecht zu erhalten.
Mit freudestrahlenden Augen und packender Begeisterung ließ
Nöltner den Kurs nochmals Revue passieren. Er erläuterte anhand
der Schmiedestücke der Teilnehmer die Kursinhalte und die
verschiedenen anspruchsvollen Arbeitstechniken. Ziel sei es,
wie früher - ohne Strom und moderne Hilfsmittel – nur mit
Hammer und Meißel zu arbeiten. Um mit der Materie vertraut zu
machen, habe man zunächst mit einem Hufeisen begonnen. „Ich
habe sie von Anfang an gefordert und auch an Grenzen geführt“,
berichtete Nöltner. Alle hätten eifrig mitgemacht und seien
immer mutiger geworden. So habe man sich an anspruchsvollere
Techniken gewagt und schließlich ein Messer aus einem Stück
vierkant Stahl, Kerzenständer und andere Stücke gefertigt.
„Jeder hat seinen persönlichen Stil entwickelt, jedes Werkstück
ist ein unverwechselbares Unikat“, so der Kunstschmiedemeister,
der den Teilnehmern Talent, Ausdauer und Zielstrebigkeit
bescheinigte.
Das gemeinsame Arbeiten und Lernen habe auch die Gruppe
zusammengeschweißt. Seinen „Lehrlingen“ habe er dabei immer
wieder eingeprägt, die Werkstücke im 1000 Grad heißen
Schmiedefeuer nie aus den Augen zu lassen, da andernfalls
schnell eine tagelange Arbeit verloren sein könnte.
Ausgerechnet ihm sei dann wegen einer Ablenkung ein ähnlicher
Fehler unterlaufen, schilderte Nöltner auch die kleinen
Missgeschicke.
Die Teilnehmer machten bereits deutlich, dass sie noch einige
Stunden „als Fortbildung“ an den Kurs anhängen wollen. Dann
sollen die bereits angefangenen Stierköpfe beendet werden.
Nöltner versprach: „An den Stierhörnern kann man sich die Zähne
ausbeißen.“ |
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Bürgermeister Hans-Peter Braun, Martin Bäuml, Markus
Kirchberger, Bernd Bock und Josef Nöltner (von links) bei der
Feierstunde.
Text und Foto: Edith Horcher |
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