(eh) – Eng und gemütlich ging es am Samstagabend,
den 15. Mai 2010 im Museum Geiserschmiede zu. Für den
Garten war es bei der diesjährigen Museumsnacht zu kalt. Daher
rückten in der „guten Stube“ alle zusammen und kamen dabei
schnell ins Gespräch. Daraus und aus dem gelungenen
Rahmenprogramm erwuchs eine unglaublich fröhlich heitere
Atmosphäre.
Eng, aber gemütlich ging es bei
der Museumsnacht in der Geiserschmiede zu.
In der Geiserschmiede war es bereits die vierte Auflage der
Museumsnacht. Jede war bisher völlig individuell. Das und die
besondere Stimmung im alten Gemäuer schätzten die zahlreichen
Besucher, darunter auch viele Familien.
Die Darbietungen der Bühlertäler Trachtentanzgruppe auf der
Straße gaben den Auftakt. Der Verein übernahm zum zweiten Mal
auch die Bewirtung. Um diese etwas zu erleichtern, wurde auf dem
hölzernen Balkon dieses Mal eine Freiluft-Spülküche mit
elektrischem Geschirrspüler eingerichtet. Trotz enger
Platzverhältnisse genossen die Spülhelfer sichtlich diesen
einmaligen Arbeitsplatz über der rauschenden Bühlot.
Um Wildbäche ging es unter anderem auch bei den Heimatliedern,
welche die Singgruppe unter Leitung von Wolfgang Barth und
Martha Kumm vortrugen. Die Gäste sangen begeistert mit,
schunkelten und klatschten. Mit dem „Badener Lied“, der
„Schwarzwaldmarie“ und dem Bühlertallied landeten sie absolute
Volltreffer.
Musikalischer Höhepunkt des Abends war die fünfköpfige Gruppe „Bettelhut“
unter Regie von Andreas Mahr. Sie machten ihre Aufwartung mit
historischen Instrumenten wie Dudelsack und Drehleier.
Verkleidet als Fahrensleute trugen sie alte Anekdoten und
Reiseerlebnisse in musikalischer Form vor. Zu Melodien bekannter
Moritaten erzählten sie eigene Texte und animierten die
begeisterten Gäste ebenfalls zum Singen.
Altes Handwerk stand wie gewohnt im Blickpunkt. In der Schmiede
instruierten Albert Braun, Bernd Bock und Martin Bäumel etliche
Zuschauer beim Umgang mit dem Schmiedehammer. Bäumel hatte viel
Vergnügen dabei, zwei aus Indien stammenden Arbeitskollegen in
dem Handwerk „anzulernen“.
Der 81-jährige Orthopädieschuhmacher Engelbert Braun, der mehr
als 50 Jahre seine Werkstatt in den jetzigen Museumsräumen
betrieben hatte, stellte gemeinsam mit seinem Sohn das
Schuhmacherhandwerk vor. Roswitha Meier und ihre Tochter Ute
Heilmann hatten in einem kleinen Zimmer liebevoll eine
„Spinnstube“ eingerichtet und sich selbst an die Spinnräder
gesetzt.
Text: Edith Horcher
Roswitha Meier und Tochter Ute Heilmann in ihrer
provisorischen Spinnstube.
Auch zahlreiche Kinder ließen sich
in der Schmiedewerkstatt
von Martin
Bäumel zum Schmieden animieren.
Video vom Auftritt der „Bettelhüt“ bei der Museumsnacht in der
Geiserschmiede.
Video mit Impressionen der Museumsnacht in der
Geiserschmiede.
(Beide Videos von Hubert Schätzle)