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Bühlertal (red) - Über zehn Jahre ist es inzwischen her, seit der
Startschuss für die Restaurierung der alten Geiserschmiede in Bühlertal
fiel. Inzwischen erfreut sich das dort eingerichtete Museum großer
Beliebtheit. Die Arbeit für das ehrenamtliche Helferteam geht dennoch
nicht aus.
Vor allem das salzhaltige Spritzwasser vorbeifahrender Autos im Winter
machte der Außenfassade der Geiserschmiede zu schaffen. Salzausblühungen
am Sandsteinsockel und starke Abwitterungen am Fassadenputz waren die
Folge. Nicht nur optisch eine Beeinträchtigung. Die starke
Nitratsalzbelastung der Sandsteine hätte früher oder später durch
Abplatzungen und Auflösung zu deren kompletten Zerstörung geführt.
Der Bühlertäler Malermeister und Förderer des Museums
Geiserschmiede Siegmar Häußler vermittelte einen Fachberater einer
renommierten Farbenfabrik der die sachgerechte Sanierungsmöglichkeit
auslotete. Mit dieser Arbeitsempfehlung an der Hand konnte das Helferteam
– allen voran Gerhard Fauth – die Wandoberfläche selbst überholen.
Zunächst wurden die losen Teile und Verunreinigungen vorsichtig mit
Drahtbürste und Spachtel entfernt. Auf den vorbehandelten Putz wurde dann
eine Zweikomponenten-Farbe bestehend aus Kali-Wasserglas als Fixiermittel
und Farbpigmenten aufgetragen. Die anschließenden Farbanstrich wurde mit
einem selbst einsumpften Silikatfarbpulver ausgeführt. Die Kombination aus
flüssigem Kaliumsilikat (Wasserglas) als Bindemittel, mineralischen
Füllstoffen aus natürlichen Vorkommen und anorganischen Farbpigmenten
gewährleisten maximale Witterungsbeständigkeit.
Das Prinzip der Silikattechnik beruht auf der Verkieselung des
Bindemittels mit dem Untergrund. Es entsteht eine feste, unlösbare
Verbindung der Farbe mit dem Anstrichträger Putz oder Naturstein. Die hohe
Wasserdampfdurchlässigkeit der Silikatfarben gewährleistet zudem, dass im
Baukörper enthaltene Feuchtigkeit ungehindert und schnell nach außen
abgegeben werden kann.
Aber nicht nur außen haben die Helfer in den letzten Wochen Hand
angelegt. Albert Braun hat zuhause getüftelt und für die Schmiedewerkstatt
eine Alternative zum historischen Gebläse entworfen. Bisher waren bei
Wassermangel an der Bühlot kaum Schmiedevorführungen an der Esse möglich,
da der dazu benötigte Luftstrom nicht erzeugt werden könnte. Der alte
Gebläserotor wird nämlich über die Transmissionsriemen vom Wasserrad und
damit wasserstandsabhängig angetrieben. Für die Museumsbesucher unsichtbar
wurde nun im Speicher zusätzlich ein elektrisch betriebener Gebläsemotor
eingebaut, auf den bei Bedarf die Luftzufuhr umgeschaltet werden kann.
In den nächsten Tagen durchgeführt wird noch die Auffrischung des
Anstrichs an der Holzverschalung am Kohlenbunker. Dann erstrahlt die
Geiserschmiede pünktlich zum Tourismussaison und zur WM wieder in neuem
Glanz und ist auch für die Schmiedevorführungen zum internationalen
Museumstag am 21. Mai bestens gerüstet.
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