Donnerstag, 11. Mai  2006

Bühlertäler Geiserschmiede erhält witterungsbeständigen Anstrich / Elektrisch betriebener Gebläsemotor für Schmiedewerkstatt

Helferschmiede saniert Museumsfassade

 

 


Mit Eifer an der Arbeit: Das ehrenamtliche Helferteam unter Federführung von Gerhard Fauth (rechts) und Albert Braun (Zweiter von rechts).
  Bühlertal (red) - Über zehn Jahre ist es inzwischen her, seit der Startschuss für die Restaurierung der alten Geiserschmiede in Bühlertal fiel. Inzwischen erfreut sich das dort eingerichtete Museum großer Beliebtheit. Die Arbeit für das ehrenamtliche Helferteam geht dennoch nicht aus.

Vor allem das salzhaltige Spritzwasser vorbeifahrender Autos im Winter machte der Außenfassade der Geiserschmiede zu schaffen. Salzausblühungen am Sandsteinsockel und starke Abwitterungen am Fassadenputz waren die Folge. Nicht nur optisch eine Beeinträchtigung. Die starke Nitratsalzbelastung der Sandsteine hätte früher oder später durch Abplatzungen und Auflösung zu deren kompletten Zerstörung geführt.

   Der Bühlertäler Malermeister und Förderer des Museums Geiserschmiede Siegmar Häußler vermittelte einen Fachberater einer renommierten Farbenfabrik der die sachgerechte Sanierungsmöglichkeit auslotete. Mit dieser Arbeitsempfehlung an der Hand konnte das Helferteam – allen voran Gerhard Fauth – die Wandoberfläche selbst überholen.

   Zunächst wurden die losen Teile und Verunreinigungen vorsichtig mit Drahtbürste und Spachtel entfernt. Auf den vorbehandelten Putz wurde dann eine Zweikomponenten-Farbe bestehend aus Kali-Wasserglas als Fixiermittel und Farbpigmenten aufgetragen. Die anschließenden Farbanstrich wurde mit einem selbst einsumpften Silikatfarbpulver ausgeführt. Die Kombination aus flüssigem Kaliumsilikat (Wasserglas) als Bindemittel, mineralischen Füllstoffen aus natürlichen Vorkommen und anorganischen Farbpigmenten gewährleisten maximale Witterungsbeständigkeit.

   Das Prinzip der Silikattechnik beruht auf der Verkieselung des Bindemittels mit dem Untergrund. Es entsteht eine feste, unlösbare Verbindung der Farbe mit dem Anstrichträger Putz oder Naturstein. Die hohe Wasserdampfdurchlässigkeit der Silikatfarben gewährleistet zudem, dass im Baukörper enthaltene Feuchtigkeit ungehindert und schnell nach außen abgegeben werden kann.

   Aber nicht nur außen haben die Helfer in den letzten Wochen Hand angelegt. Albert Braun hat zuhause getüftelt und für die Schmiedewerkstatt eine Alternative zum historischen Gebläse entworfen. Bisher waren bei Wassermangel an der Bühlot kaum Schmiedevorführungen an der Esse möglich, da der dazu benötigte Luftstrom nicht erzeugt werden könnte. Der alte Gebläserotor wird nämlich über die Transmissionsriemen vom Wasserrad und damit wasserstandsabhängig angetrieben. Für die Museumsbesucher unsichtbar wurde nun im Speicher zusätzlich ein elektrisch betriebener Gebläsemotor eingebaut, auf den bei Bedarf die Luftzufuhr umgeschaltet werden kann.
In den nächsten Tagen durchgeführt wird noch die Auffrischung des Anstrichs an der Holzverschalung am Kohlenbunker. Dann erstrahlt die Geiserschmiede pünktlich zum Tourismussaison und zur WM wieder in neuem Glanz und ist auch für die Schmiedevorführungen zum internationalen Museumstag am 21. Mai bestens gerüstet.





 
 
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